... seit Juli 1999 schneidet sich die Künstlerin am Ende eines Tages ein 4-eckiges Stück Transparentpapier zurecht, datiert es mit Bleistift, streicht es mit Kleister ein, drückt das Papier an ihr Gesicht, lässt es darauf einen Moment antrocknen, hebt den Abdruck vorsichtig wieder ab und versucht ihn mit beiden Händen in eine möglichst neutrale Form zu ziehen, die sich dann während des Trocknungsprozesses verfestigt.
Zugleich erstellt sie in einer Art Tagebuch eine Auflistung des genauen Zeitpunktes jeder Abnahme.
In Form einer einfachen , sich wiederholenden Tätigkeit als Ritual entstehen so kleine transparente Gebilde, plastische Formen , welche die Künstlerin dann wieder in den Zusammenhang einer größeren skulpturalen Installation stellt ...

Sie macht die transparente Form damit im doppelten Sinne transparent: das Material erlaubt es uns, die Formen von allen Seiten zu betrachten, auch durch sie hindurchzusehen , Spuren des Entstehungsprozesses zu verfolgen, die  uns wiederum auf die Spur der Künstlerin bringen, denn immerhin handelt es sich ja - wenn man so will - um Selbstportraits. Und auch die Leerstellen innerhalb der Plastik verweisen auf das Leben der Künstlerin: sie stehen für Tage an denen, aus welchen Gründen auch immer - kein Abdruck genommen  wurde ...   

Zitat : Barbara Heinrich (Kunsthistorikerin, Kuratorin im Museum Fridericianum, Kassel )
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